Babyhaut sanft und richtig pflegen

„Weich wie ein Babypopo“ – so lautet ein im Volksmund geläufiger Vergleich. Tatsächlich ist die Haut Ihres Babys äußerst zart und genau deshalb auch so empfindlich. War das Kind im Mutterleib noch sicher vor äußeren Einflüssen, so muss sich seine Haut nach der Geburt erst noch darauf einstellen, mit Kälte, Druck oder Reibung umgehen zu können. Diese Umstellung dauert etwas. Deshalb sollten Sie die Haut Ihres Babys vorsichtig behandeln, wenn Sie es ankleiden, eincremen oder waschen.

Wie ist Babys Haut aufgebaut?

Wie entsteht Windeldermatitis?

Genau wie bei Erwachsenen setzt sich die Haut bei Babys aus drei Schichten zusammen:

  • Die äußerste Schicht bildet die Oberhaut, die Epidermis. Sie ist dünn wie Papier und lediglich an den Handflächen und Fußsohlen etwas dicker. Damit diese Hautschicht elastisch bleibt, ist die Zufuhr von Feuchtigkeit unverzichtbar.
  • Darunter befindet sich die Dermis, auch „Lederhaut“ genannt. Sie stellt die dickste Hautschicht dar und schützt den Körper zuverlässig vor äußeren Einflüssen wie Druck oder Temperaturschwankungen.
  • Durch die Unterhaut (Subcutis) werden auch tiefer liegende Schichten des Körpers geschützt. Sie enthält das mit Fettzellen gefüllte Bindegewebe. In dieser Hautschicht befinden sich auch die Nervenenden, die beispielsweise auf Berührungen reagieren.

Was unterscheidet Kinderhaut von der Haut eines Erwachsenen?

Jede einzelne Hautschicht ist bei Erwachsenen deutlich dicker als bei Babys – insgesamt besitzen Sie eine etwa fünfmal dickere Haut als Ihr neugeborener Nachwuchs. Auch in ihrem Aufbau und der Struktur unterscheidet sich Ihre Haut von der des Kindes. Die dünnere Babyhautreagiert deutlich empfindlicher auf Reize wie Druck oder Reibung, aber nimmt auch sanfte Berührungen intensiver wahr.

Babyhaut weist unter anderem eine 30% dünnere Hornschicht in der Oberhaut auf und bildet in der ersten Lebenszeit nicht selbstständig Melamin, das quasi als körpereigener Sonnenschutz dient. All das entwickelt sich innerhalb der ersten Lebensjahre.

Ihnen wird bereits aufgefallen sein, dass Ihr Baby nicht oder nur wenig schwitzt. Das liegt daran, dass die Talg- und Schweißdrüsen noch nicht aktiv sind. Aus diesem Grund weist die Haut eines Neugeborenen zunächst einen neutralen pH-Wert von etwa 6,5 auf – im Laufe der Zeit wird dieser etwas saurer und liegt wie bei Erwachsenen bei 5,5.

Warum ist Babyhaut so empfindlich?

Warum ist Babyhaut so empfindlich?

All diese Unterschiede, die die Haut Ihres Kindes so weich und besonders machen, können auch Gründe sein, warum sie anfällig für Trockenheit und Reizungen ist. Die dünne Oberhaut des Babys ist beispielsweise so beschaffen, dass sie schnell Feuchtigkeit aufnehmen kann. Gleichzeitig kann sie diese Feuchtigkeit aber auch genauso schnell wieder verlieren. Sie benötigt also regelmäßige Pflege und Schonung.

Durch die noch inaktiven Talgdrüsen fehlt Ihrem Kind ein Säureschutzmantel auf der Haut, der sich erst noch aufbauen muss. Die Folge: Die Babyhaut ist empfindlicher gegenüber Krankheitserregern und neigt leicht zu Infektionen sowie Ausschlägen. Oft äußert sich dies beispielsweise in einem wunden Po und Windelbereich (auch Windeldermatitis oder Windelausschlag genannt).

Welche Hautprobleme können bei Babys auftreten?

Neben dem bereits genannten wunden Po kann die Haut mit weiteren verschiedenen Symptomen auf Reizungen reagieren:

Knopfgneis und Milchschorf sind weit verbreitete Hautprobleme bei Babys, die sich meistens am Kopf zeigen, aber auch auf dem restlichen Oberkörper auftreten können. Die Haut ist dann gerötet und mit einer schuppigen Schicht bedeckt. Weder Sie noch Ihr Kind sollten an diesen Schuppen kratzen! Im schlimmsten Fall entstehen dadurch blutende Wunden, die sich entzünden oder vernarben können. Verwenden Sie stattdessen eine reichhaltige, rückfettende Pflege und cremen Sie die betroffenen Stellen vorsichtig damit ein. Auch um die Schuppen etwas aufzuweichen, empfiehlt sich das regelmäßige Eincremen.

 

Dem wunden Po können Sie durch regelmäßiges Windelwechseln oder den häufigeren Verzicht auf die Windel vorbeugen. Tritt der Windelausschlag bereits bei Ihrem Baby auf, lassen Sie möglichst oft Luft an die entzündeten Hautpartien und halten Sie diese sauber und trocken. Verwenden Sie eine spezielle Windelcreme, um die Entzündung zu behandeln und gleichzeitig eine Schutzschicht aufzubauen, die vor weiteren Reizungen schützt. Weitere Pflegetipps erhalten Sie hier: Babyhaut eincremen.

 

Auch Neurodermitis kann Ihren Nachwuchs schon früh belasten. Bei vielen betroffenen Kindern tritt sie bereits im Säuglingsalter auf. Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die mit Rötungen, Ausschlag und quälendem Juckreiz einhergeht. Bei vielen Kindern verschwindet Neurodermitis im Laufe der Jahre, manche entwickeln stattdessen andere Allergiesymptome wie Asthma. Bei Auftreten von Neurodermitis sollte der Kinderarzt hinzugezogen werden – ergänzend zur Behandlung trägt das tägliche Eincremen dazu bei, die Symptome trockener und juckender Haut zu lindern.

Wenn bei den Eltern und Geschwistern des Babys bereits Allergien bekannt sind, steigt das Neurodermitis-Risiko für Ihr neues Familienmitglied. Sprechen Sie in diesen Fällen mit dem Kinderarzt über Möglichkeiten zur Vorbeugung.

Was für Babypflege gibt es?

Wenn Sie sich bereits im Einzelhandel nach Pflege für Babys und Kindern umgesehen haben, kennen Sie die vollen Regale, in denen sich zahlreiche Produkte aneinanderreihen. Zu den bekanntesten zählen neben Babypuder und sanften Shampoos auch spezielle Dusch- oder Badezusätze für Kinder sowie Wund- und Windelcremes, um empfindliche oder beanspruchte Hautpartien zu schützen.

Welche Kinderpflegeprodukte benötigen Sie?

Lassen Sie sich durch die große Auswahl an Artikeln zur Babypflege nicht verunsichern. Natürlich möchten Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun und Pflegeprodukte verwenden, die für Babys unverzichtbar sind. Doch seien Sie versichert; ein Baby mit gesunder Haut benötigt keinen Schrank voller spezieller Kosmetika. Eine Auswahl der wichtigsten Produkte für jeden Bedarf ist gänzlich ausreichend.

  • Zur Vorbeugung und frühzeitigen Behandlung eines Ausschlags im Windelbereich sollten Sie stets eine hochwertige Windelcreme im Haus haben. Sie bildet eine schützende Schicht auf der Haut, die sie vor den Reizungen durch Windelreibung, Stuhl und Urin bewahrt.
  • Da die Haut des Babys schnell austrocknen kann, empfiehlt sich das regelmäßige Eincremen mit einer leichten Lotion oder Hautmilch, die auf die Hautbeschaffenheit des Nachwuchses ausgerichtet ist.
  • Kehrt Ihr Kind einmal schmutzig aus dem Sandkasten zurück, sollte eine besonders sanfte Bade- oder Duschpflege speziell für Kinder verwendet werden, um die zarte Haut nicht anzugreifen.

Welche Babypflege ist die richtige?

Welche Babypflege ist die richtige?

Neigt Ihr Kind zu problematischer oder trockener Haut, dann ist die besondere Pflege wichtig. Sehen Sie jedoch beim Kauf genau hin: Viele Produkte enthalten Stoffe, die unnötig sind oder der Babyhaut langfristig sogar schaden können.

Wählen Sie deshalb eine Hautpflege aus, die auf Mineralöle und Vaseline verzichtet. Auch Silikone und Mikroplastik haben in der Babypflege nichts verloren. Diese in vielen Produkten verwendeten Bestandteile tragen dazu bei, dass sich die Haut nach dem Eincremen zunächst weicher und glatter anfühlt – doch der Inhaltsstoff legt sich wie ein Film auf die Haut, lässt sie nicht atmen und kann bestehende Hautprobleme noch verschlimmern.

So gut viele Produkte für Kinder auch riechen: (Künstliche) Duftstoffe können bei empfindlichen Kindern Allergien auslösen. Greifen Sie deshalb bevorzugt zu parfümfreien Produkten.

Was muss ich beachten, wenn ich mein Baby baden möchte?

Sie müssen Ihr Baby nicht jeden Tag baden. Wie oft Sie es waschen, hängt vor allem von dem Kind selbst ab. Liebt es das Plantschen im warmen Wasser, spricht nichts dagegen, es regelmäßig zu baden. Scheut sich Ihr kleiner Schatz jedoch davor, nutzen Sie lediglich einen in warmem Wasser getränkten Waschlappen oder Schwamm für die Reinigung. Babys empfindliche Haut wird dabei nicht geschrubbt, sondern nur sanft abgewischt. Üblicherweise reicht eine Katzenwäsche aus, vergessen Sie jedoch nicht die Halsfalte, den Po oder die Leiste des Kindes – diese Partien neigen dazu, durch die Reibung der Haut wund zu werden. Weitere Informationen über das Baden Ihres Babys oder Kindes finden Sie auch in unserem Artikel dazu.

Eine rückfettende Hautpflege nach dem Baden führt der Haut im Anschluss die Pflege zu, die sie dringend benötigt.

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