Vom kalten Boden bekommt das Baby eine Blasenentzündung

Vielen klingt noch die Stimme unserer Mutter im Ohr, wenn diese darauf hinweist, nicht auf dem kalten Boden zu sitzen, da wir sonst eine Blasenentzündung bekämen. Für uns kein Problem: Wir stehen einfach auf oder holen uns eine Unterlage. Für Babys aber gar nicht so einfach, vor allem wenn die Kleinen anfangen, sich zu drehen und zu krabbeln. Dann findet ihr Leben großteiles auf dem Boden statt. Ist da eine Blasenentzündung vorprogrammiert?

Die gute Nachricht vorweg: Eine Blasenentzündung entsteht nicht per se durch das Sitzen auf kaltem Boden. Der Grund für den Infekt sind meist Bakterien, die fälschlicher Weise von außen in die Harnröhre gelangen. In seltenen Fällen können auch Viren oder Pilze die Ursache sein. Generell sind Mädchen häufiger betroffen als Jungs, da ihre Harnröhre kürzer ist und Bakterien so ein leichteres Spiel haben. Oft handelt es sich um Darmbakterien, die durch falsches Abwischen in die Harnröhre kommen. Was für Erwachsene zwar unangenehm, jedoch oft harmlos ist, kann für die Kleinen schnell ernster sein. Da die Nieren noch nicht ausgereift sind, besteht bei Babys und Kleinkindern die Gefahr, dass sich die Bakterien bis ins Nierenbecken ausbreiten und die Entzündung dort Langzeitschäden hervorruft.

Nun müssen wir unseren Müttern doch recht geben: Auch wenn ein kalter Boden nicht der Auslöser für eine Blasenentzündung ist, wird sie dennoch davon begünstigt. Ist die Region unterkühlt, wird sie auch schlechter durchblutet, was wiederum das Eindringen von Keimen erleichtert. Gleiches gilt auch für das Tragen von nasser Badebekleidung.

Wie zeigt sich ein Harnwegsinfekt bei kleinen Kindern?

Leider können uns die Kleine oft nicht verraten, was ihnen gerade fehlt. Bei Blasenentzündungen wird es sogar noch kniffliger, denn die Symptome sind nicht immer spezifisch. Achten Sie auf die folgenden Anzeichen, die auf einen Harnwegsinfekt hinweisen können:

  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Appetitlosigkeit
  • Trinkverweigerung
  • Fieber
  • Gelbsucht
  • Bauchweh
  • Rückenschmerzen
  • Jucken zwischen den Beinen
  • Erneutes Bettnässen oder Einnässen, obwohl Ihr Kind schon trocken ist
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen
  • Blut im Urin oder getrübter Urin
  • Strenger Uringeruch

Was kann gegen eine Blasenentzündung getan werden?

Um endgültig festzustellen, ob Ihr Baby eine Blasenentzündung hat, muss der Kinderarzt den Urin auf Erreger untersuchen. Den Doktor sollten Sie spätestens bei Fieber aufsuchen. Wenn Ihr Kind noch nicht auf das Töpfchen geht, kann Urin mit einem sogenannten Urinklebebeutel aufgefangen werden. Wird eine Infektion festgestellt, verschreibt der Arzt häufig ein flüssiges Antibiotikum. Hier gilt dasselbe wie für Erwachsene: Immer solange einnehmen, wie verordnet. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Infekt wiederkehrt.

Zusätzlich können Sie die Behandlung mit ein paar kleinen Tipps unterstützen:

  • Pflanzliche Präparate mit Kürbisextrakt können helfen
  • Tees mit Hagebutte, Birke, Schachtelhalm oder Goldrute zu trinken geben – wenn Sie noch stillen reicht die Muttermilch
  • Keine harntreibenden Mittel verwenden
  • Wärme tut gut

… und zur Vorbeugung:

  • Viel trinken
  • Regelmäßig Windeln wechseln
  • Beim Windelwechseln darauf achten, von vorne nach hinten zu wischen
  • Nach dem Baden sofort trocken Kleidung anziehen und, wie Mama schon wusste, nicht zu lange auf kaltem Boden sitzen