Empfindliche Kinderhaut, was tun?

Juckreiz, Rötungen und wunde Hautstellen sind nicht nur für die betroffenen Kinder eine Belastung. Eltern sind in großer Sorge und fühlen sich oft hilflos, wenn sich der Nachwuchs ständig kratzen muss oder Schmerzen hat. Was können Sie als Mutter oder Vater tun, wenn die Haut Ihrer Kleinen so empfindlich reagiert?

Wichtig ist, dass Sie die Sensibilität der Kinderhaut frühzeitig erkennen und im Bedarfsfall schnell behandeln können. Oft handelt es sich bei den Hautreaktionen um eine Unverträglichkeit gegenüber Nahrung oder Textilien. In seltenen Fällen ist die empfindliche Haut das Anzeichen einer Erkrankung wie Neurodermitis. Daher ist es wichtig, dass die Babypflege nicht auf die leichte Schulter genommen wird. Aber auch die Cremes und Lotionen, die Ihrer Erwachsenenhaut guttun, sind nicht zwangsläufig für Ihr Kind geeignet.

Wie ist die Haut Ihres Kindes aufgebaut?

Nach der Geburt weist die Haut von Babys einen nahezu neutralen pH-Wert auf (etwa 6,5). Erst in den ersten Lebenswochen setzt der Stoffwechsel der Hautzellen ein. Dadurch wird der pH-Wert der Haut langsam auf 5,5 gesenkt und nähert sich damit dem Wert erwachsener Haut an.

Solange der Säureschutzmantel fehlt, ist das Baby nicht ausreichend vor schädlichen Mikroorganismen geschützt. Erst in einem Alter von etwa sechs Jahren ist die Haut in dieser Hinsicht vollständig entwickelt. Aber auch in den darauffolgenden Jahren besitzt die Oberhaut keine gleichmäßige Dicke, um die darunter liegende Unterhaut vor allen äußeren Einflüssen schützen zu können. Aus diesem Grund reagiert die Haut des Kindes empfindlicher auf UV-Strahlung oder mechanische Reize.

In diesen Eigenschaften unterscheidet sich die Haut Ihres Babys von Ihrer:

  • Der Aufbau der Haut ist wie bei Erwachsenen – dafür sind die einzelnen Schichten deutlich dünner
  • Babys besitzen eine größere Hautoberfläche, weshalb sie zu Austrocknung und Auskühlung neigt
  • Die Oberhaut besitzt einen höheren Wassergehalt
  • Baby- und Kinderhaut produziert kaum Talg und Schweiß
  • Der Säureschutzmantel ist störanfällig

Wie Sie sensible Kinderhaut erkennen

Aufgrund der besonderen Eigenschaften der Kinderhaut müssen Sie generell davon ausgehen, dass die Haut Ihres Nachwuchses empfindlicher reagiert als die von Erwachsenen. Eine behandlungsbedürftige Sensibilität der Kinderhaut äußert sich jedoch in weiteren Symptomen.

Weist die Kinderhaut Rötungen auf, können verschiedene Ursachen in Frage kommen. Es kann sich dabei um eine allergische Reaktion handeln. Auslöser dafür können Nahrungsmittel sein, die das Kind zu sich nimmt. Aber auch das von Ihnen verwendete Waschmittel und Textilien wie Strampler oder die geliebte Kuscheldecke können die Übeltäter sein. Schauen Sie sich auch genau Shampoo und andere Hygieneprodukte Ihres Kindes an. Viele handelsübliche Produkte für die Baby- und Kinderpflege enthalten zum Beispiel Parfümstoffe: Damit riecht das Shampoo vielleicht lecker nach Erdbeere, doch Ihr Kind kann darauf mit Hautreizungen reagieren.

Unter normalen Umständen sollte Kinderhaut weich sein. Fühlt sie sich aber trocken und spröde an und wirkt schuppig oder rissig, mangelt es ihr an Feuchtigkeit. Oft geht dieses Symptom auch noch mit lästigem Juckreiz einher. Gerade für Kinder kann dieses Gefühl, je länger es anhält, unerträglich sein.

Welche Ursachen hat empfindliche Kinderhaut?

Um Ihrem Kind eine kurzfristige Linderung der Beschwerden zu verschaffen, können Produkte eingesetzt werden, die in nahezu jedem Haushalt zu finden sind.

Greifen Sie alternativ zu einem Kühlakku, wickeln Sie diesen in ein Tuch ein und kühlen Sie die Hautpartie. Nach kurzer Zeit wird das Jucken nachlassen.

„Mama, es juckt so!“ Damit sich Ihr Kind durch anhaltendes Kratzen nicht selbst verletzt, geben Sie ihm ein Kratzklötzchen: Bekleben Sie ein Holzklötzchen mit einem Stück Fensterleder. Ist der Juckreiz nicht auszuhalten, kratzt das Kind mit den Fingern über das Leder. Das Gehirn lässt sich dadurch austricksen und verspürt eine wohltuende Linderung.

Sensible Kinderhaut reinigen

Kinder lieben es, in Pfützen zu springen oder Tiere zu streicheln. Möglicherweise sorgen Sie sich, dass dies nicht das Richtige für Ihr Kind und seine sensible Haut sein könnte. Hier gilt es, Augenmaß zu bewahren: Damit die Kinderhaut ihre körpereigene Resistenz gegenüber Schmutz und Krankheitserregern zuverlässig ausbilden kann, sollten Sie Ihr Kind nicht vor allen äußeren Einflüssen abschirmen. Es ist erst der regelmäßige Kontakt mit Tieren, Schmutz oder Staub, der den Säureschutzmantel zuverlässig stärkt. Das Risiko, dass die zarte Hautbarriere durch falsche oder zu intensive Reinigung und Pflege angegriffen wird, ist bedeutend größer.

Natürlich muss sich das Kind waschen, wenn es beim Spielen und Toben schmutzig wird. Doch es mag zunächst widersprüchlich klingen, aber regelmäßiges Baden trocknet die Haut aus. Begrenzen Sie die Badezeit daher auf maximal zehn Minuten und verwenden Sie dafür nur lauwarmes Wasser sowie pH-hautneutrale, milde Zusätze. Noch besser ist es, wenn Sie Ihr Kind vorsichtig duschen, anstatt es in die Wanne zu setzen. Verwenden Sie eine milde Duschpflege ohne überflüssige Zusatzstoffe wie:

  • Mineralöle und Paraffine
  • Vaseline
  • Silikone
  • Mikroplastik
  • ohne Parfüm

Diese Inhaltsstoffe irritieren Babys Haut nicht nur, sondern können auch Allergien auslösen. Trocknen Sie das Kind nach dem Waschen ab, indem Sie es sanft mit einem Handtuch abtupfen. Bitte nicht mit dem Handtuch über die Haut reiben! Nach einem Bad kann die nasse Haut noch empfindlicher auf Reizungen reagieren.

Sensible Haut von Babys und Kindern pflegen

Die Haut Ihres Kindes verliert schnell Feuchtigkeit und benötigt deshalb eine sanfte Pflege. Doch auch hier gilt: weniger ist mehr. Cremen Sie Ihr Kind ein, wenn es nach dem Baden oder Duschen sorgfältig abgetrocknet ist. Auch nach einem Schwimmbadbesuch oder einem Ausflug ans Meer sollten Sie eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion auftragen. Achten Sie wie bei der Duschpflege darauf, Produkte ohne Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis oder Mikroplastik zu verwenden. Wenden Sie die Pflegeprodukte regelmäßig, dafür sparsam an. Tragen Sie gerade so viel Creme auf, wie in die Haut einzieht.

Normalerweise benötigt empfindliche Babyhaut keine fettigen Cremes. Verwenden Sie diese vorrangig als Schutz vor Kälte. Im Alltag reicht eine Baby Body Lotion oder eine sanfte Hautmilch aus, um die Haut zart und gesund zu halten. Weitere Informationen zum richtigen Eincremen von Babys und Kindern.

Welche Hausmittel für sensible Kinderhaut?

Um Ihrem Kind eine kurzfristige Linderung der Beschwerden zu verschaffen, können Produkte eingesetzt werden, die in nahezu jedem Haushalt zu finden sind.

Greifen Sie alternativ zu einem Kühlakku, wickeln Sie diesen in ein Tuch ein und kühlen Sie die Hautpartie. Nach kurzer Zeit wird das Jucken nachlassen.

„Mama, es juckt so!“ Damit sich Ihr Kind durch anhaltendes Kratzen nicht selbst verletzt, geben Sie ihm ein Kratzklötzchen: Bekleben Sie ein Holzklötzchen mit einem Stück Fensterleder. Ist der Juckreiz nicht auszuhalten, kratzt das Kind mit den Fingern über das Leder. Das Gehirn lässt sich dadurch austricksen und verspürt eine wohltuende Linderung.

Wie Sie Hautirritationen vorbeugen

Die Haut Ihres Babys wird in der frühen Kindheit durch seine ständige Weiterentwicklung und den langsamen Aufbau aller Schutzfunktionen bereits genug gefordert. Vermeiden Sie daher Aktivitäten im Alltag, die die sensible Babyhaut nur weiter belasten würden.

Setzen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr nicht der direkten Sonneneinstrahlung aus. Achten Sie darauf, dass Ihr Nachwuchs sich an kühlen, schattigen Orten aufhält und möglichst viel Haut durch Kleidung und eine Kopfbedeckung geschützt wird. Verwenden Sie für Ihr Kind einen Sonnenschutz mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor und tragen Sie diesen regelmäßig, etwa alle zwei Stunden, auf.

Oft reagiert die Haut empfindlich auf Etiketten in der Kleidung. Entfernen Sie diese und achten Sie darauf, dass keine harte Kante zurückbleibt. Ziehen Sie Ihrem Kind keine Wollkleidung an, da diese zum Kratzen neigt. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genügend Bewegungsfreiheit in seiner Kleidung hat und diese nicht eng anliegt.

Ist Ihr Kind erwiesenermaßen nicht allergisch gegen Duftstoffe, nutzen Sie handelsüblichen Weichspüler für die Babykleidung. Er glättet die Fasern und sorgt dafür, dass die Haut weniger Reibung ausgesetzt ist. Es gibt mittlerweile jedoch auch schon Weichspüler ohne Allergene, bei dem Sie kein Risiko einer Hautreizung eingehen.

Empfindliche Kinderhaut im Überblick

  • Bei der Hautreinigung und -pflege bei Babys gilt immer „Weniger ist mehr“.
  • Vermeiden Sie Einflüsse, die Kinderhaut reizen können, z.B. Etiketten in der Kleidung oder enganliegende Kleidung.
  • Schützen Sie Ihr Kind vor extremer Hitze und Kälte sowie vor direkter Sonneneinstrahlung.
  • Baden Sie Ihr Kind weder zu häufig noch zu lange. Weitere Tipps und Tricks zum richtigen Baden.
  • Verwenden Sie eine leichte Pflege, die rückfettend auf die Haut wirkt.
  • Wenden Sie sich bei Unsicherheiten an den Kinder- oder Hautarzt.